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Mehrwertigkeiten – nicht nur bei Assoziationen

Mittwoch, Juni 19th, 2013

In Klassendiagrammen können Mehrwertigkeiten bei Attributen und bei „structure types“  ausgedrückt werden, ohne eine neue Klasse anzulegen.

Beispiel:

Das Attribut PS (Programmiersprache) in einer Klasse ANGESTELLTE hat – wie Sie ja wissen – u.U. mehrere Ausprägungen. Z.B. wenn jemand, C, Java und PHP beherrscht. Dann kann dies ausgedrückt werden, indem bei diesem Attribut in der Klasse folgendes angegeben wird:

PS: string [1..*]

Mit dem Ausdruck [1..*] wird also ausgedrückt, dass ein Angestellter mindestens eine, evtl. aber auch mehrere Programmiersprachen beherrscht.  Entsprechend würde

PS: string [*]

bedeuten, dass es auch Angestellte gibt, die keine PS beherrschen.

Genauso für „structure types“. Hier können wir angeben, dass u.U. mehrere dieser Informationen möglich sind.

Beispiel:

adresse: AdressenT [1..*]

Dies bedeutet, dass die Objekte der Klasse mindestens eine aber u.U. auch mehrere Adressen haben.

Mit dieser Ausdrucksform von Mehrwertigkeit werden die Klassendiagramme deutlich kleiner.

 

 

Erste Schritte

Montag, Oktober 22nd, 2012

Vergessen Sie über allen unseren Ausflügen in die objektorientierte Theorie nicht die Grundlagen, d.h., die ersten Schritte, die zum objektorientierten Modell / zum Klassendiagramm führen.

1. Anwendungsbereich analysieren und „erschließen“

Der erste Schritt ist, den Anwendungsbereich zu analysieren. Für uns Wirtschaftsinformatiker heißt das, von den Geschäftsprozessen auszugehen und von diesen die benötigten Attribute und Methoden abzuleiten.

2. Attribute strukturieren – Objekte finden

Von den Attributen und Methoden werden dann die Objekte abgeleitet. Denken Sie an die in der Lehrveranstaltung diskutierte Regel für das Finden der Objekte und an die Definition von Objekten:

Ein Realweltphänomen wird zum Objekt, wenn es durch mindestens ein Attribut identifiziert und durch mindestens ein weiteres beschrieben wird.

Auch Methoden geben oft Hinweise auf Objekte. Von einer Methode Gehaltszahlung kann unschwer auf Objekte des Typs ANGESTELLTE geschlossen werden.

3. Klassen bilden

Von den gefundenen Objekten werden dann die Objektklassen abgeleitet. Denken Sie an die in der Lehrveransaltung diskutierte Regel für das Finden bzw. Festlegen der Objektklassen und an die Definition von Objektklassen:

Objekte mit denselben Attributen und Methoden werden in einer Klasse zusammengefasst …

Näheres im Textmaterial. Auch hier geben Methoden oft Hinweise!

4. Mustererkennung

Entdecken Sie die diskutierten Muster in den Klassen (u.a. Gen/Spez, Aggregation, Komposition, Typ/Einzelobjekt; usw.) und berücksichtigen Sie sie in Ihrem Modellentwurf.

5. Assoziationen

Sozusagen zu den Basismustern gehören die ganz normalen Assoziationen. Sie müssen gefunden und in das Modell eingefügt werden.

6. Assoziationsklassen

Falls eine Assoziation Attibute und/oder Methoden aufweist, legen Sie eine entsprechende Assoziationsklasse an.

Bei all dem ist die Semantik des Anwendungsbereichs, bzw. die Semantik der Geschäftsprozesse von zentraler Bedeutung. Ohne deren Berückschtigung geht es nicht.

JL Staud